Andrew Mendelsohn

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Publications of Andrew Mendesohn_7_2013

Mich interessieren die Wege des Wissens. Die Geschichtswissenschaft ist eine Disziplin, die es ermöglicht, diese Frage empirisch weiterzuverfolgen und mehr als nur eine Antwort zu finden – über Epochen, Orte, Wissensgebiete hinweg bzw. auch innerhalb ihrer Grenzen.
Am Anfang stand meine Untersuchung der bakteriologischen “Revolution” mit Blick auf die Frage, ob ihr triumphaler Erfolg auf nur einem Weg des Wissens erreicht wurde, und zwar dem eines Reduktionismus auf Laborarbeit. Meine Dissertation und weitere Publikationen weisen dagegen das Vorhandensein zweier “Kulturen” innerhalb einer Wissenschaft und das fragwürdige Erbe der Biomedizin im 20. Jahrhundert nach. Dieses Beispiel macht deutlich, dass mein Interesse den verschiedenen, wechselnden Wegen gilt, auf denen Menschen meinen, Wissen zu erlangen und ihre Welt zu kontrollieren, wie die Wege entstanden sind und wie diese Erkenntnisse aus der Vergangenheit sich auf unsere eigene Zukunftsgestaltung auswirken können.

Zur Geschichte von Wissen, Politik und Gesellschaft vom 16. bis ins 20. Jahrhundert und in den Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien und USA habe ich intensiv geforscht und publiziert, insbesondere zur Wissenschaftsgeschichte und der Geschichte von Krankheit und Gesundheit.

Die Entwicklung von Praktiken und Standards empirischer Beobachtung und Schlussfolgerung – nicht innerhalb der Baktiologie selbst, sondern vielmehr außerhalb der Disziplin in Verwaltung und Produktion – standen zunächst im Mittelpunkt meiner Forschung. Derzeit untersuche ich den Einfluss von Beobachtung und Schlussfolgerung auf die juristische und adminstrative Funktionen von Ärzten.

An mein Studium in Harvard und Princeton mit den Schwerpunkten frühe Neuzeit, Geschichte der Biowissenschaften und Medizingeschichte von der Aufklärung bis heute schlossen sich Lehrtätigkeiten in fünf Ländern an, u.a. am Max-Planck-Institut für Geschichtswissenschaft in Berlin (1997-2000), mit dem bis heute eine Zusammenarbeit besteht, und am Imperial College London (2000-2012), davon fünf Jahre als Direktor des Zentrums für Wissenschafts-, Technik- und Medizingeschichte und sechs Jahre als Leiter des Doktorandenprogramms (dort u.a. befasst mit der Entwicklung und Implementierung des undergraduate part-degree in Medizingeschichte). 2008 erhielt das Zentrum für Wissenschafts-, Technik- und Medizingeschichte vom Research Assessment Exercise (RAE) die beste Auszeichnung unter den insgesamt 83 historischen Instituten Großbritanniens. Seit 2012 bin ich als Lektor für Wissenschafts- und Medizingeschichte an der School of History at Queen Mary, University of London tätig.

Auszeichnungen: Arts and Humanities Research Council, Wellcome Trust, Leverhulme Trust, Woodrow Wilson Foundation, Social Science Research Council and American Council of Learned Societies, French-American Foundation.

Gastprofessuren: Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris; Université Pierre et Marie Curie Paris VI; Tel Aviv University.